Was ist epSOS?

Smart Open Services for European Patients (kurz: epSOS) ist ein europaweites, im Juli 2008 gestartetes Projekt, das von Vertretern zwölf verschiedener Länder (insbesondere Gesundheitsministerien, nationale Kompetenzzentren und zahlreiche Unternehmen) organisiert wird. Das Hauptziel von epSOS liegt in der Entwicklung und praktischen Umsetzung eines eHealth-Rahmenkonzeptes und einer Informations- und Kommunikationstechnologie-Infrastruktur, die den Zugriff verschiedener europäischer Gesundheitssysteme auf elektronische Patienteninformationen ermöglichen. Die entwickelten Lösungen werden im Rahmen eines sogenannten „Large-Scale Pilot“, einer großangelegten Pilotphase, auf ihre praktische Anwendbarkeit getestet.

Zwei verschiedene eHealth-Services wurden identifiziert, für die im Rahmen von epSOS interoperative Lösungen im Bereich der grenzübergreifenden Kommunikation gesucht wurden:

  • „Patient Summary“ (Patientendossier)
  • elektronische Rezepte sowie die computerunterstützte Ausgabe der entsprechenden Medikamente („ePrescription“ und „eDispensation“).

Patient Summary (Patientendossier)

Im Kontext von epSOS wird unter „Patient Summary“ ein elektronisches Datenset verstanden, das die folgenden Informationen enthält:

  • Allgemeine Informationen über den/die PatientIn (z.B. Name, Alter)
  • Eine Zusammenfassung der wichtigsten klinischen Patientendaten (z.B. Allergien, aktuelle medizinische Probleme, medizinische Implantate, wesentliche chirurgische Eingriffe während der letzten sechs Monate)
  • Eine Zusammenfassung aller aktuellen Medikamentenverschreibungen
  • Informationen über die „Patient Summary“ selbst (z.B. wann und von wem sie erstellt wurde).

Eine „Patient Summary“ bietet ÄrztInnen in den epSOS-Mitgliedsstaaten erstmals Zugang zu Informationen über ausländische PatientInnen in ihrer eigenen Landessprache, wodurch bisher bestehende Sprachbarrieren in der grenzübergreifenden Gesundheitsversorgung überwunden werden. In Notfallsituationen kann die „Patient Summary“ essentielle Informationen für die behandelnden ÄrztInnen bereitstellen und somit die Qualität und Sicherheit der Behandlung sicherstellen (z.B. indem die Verschreibung unverträglicher Medikamente bzw. Medikamentenkombinationen verhindert wird).

Elektronisches Rezept und elektronisch unterstützte Medikamentenausgabe (ePrescription und eDispensation)

Im Rahmen von epSOS wird unter elektronischer Verschreibung (ePrescribing) der Prozess der elektronischen Übermittlung eines Rezeptes von dem/der verschreibenden MedizinerIn an eine ausgebende Stelle (z.B. Apotheke) verstanden, wo das Rezept elektronisch abgerufen werden kann. Die Ausgabe der verschriebenen Präparate an den/die PatientIn wird ebenfalls elektronisch dokumentiert und gemeldet (eDispensing).

Interoperabilität zwischen verschiedenen nationalen Systemen wird etwa dann nötig, wenn ein/e PatientIn im Ausland ein Medikament benötigt, das ihm/ihr bereits im Heimatland verschrieben wurde. In dieser Situation sollte es möglich sein, dass die Apotheke des Gastlandes das entsprechende Rezept elektronisch abruft und anschließend das Gesundheitssystem im Heimatland des/der PatientIn über die Ausgabe der verschriebenen Medikamente benachrichtigt.