Grenzüberschreitende Gesundheitsinformationen

epSOS ist das erste europäische eHealth-Projekt, das eine so große Anzahl unterschiedlicher Länder in praxisorientierter Zusammenarbeit vereint.

Schon seit vielen Jahren setzen zahlreiche Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf die Entwicklung und den Einsatz elektronischer Patientenakten, um die Qualität und Effizienz der medizinischen Versorgung zu verbessern. Notfalldatensets, elektronische Patientenakten und  elektronische Rezepte können einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit leisten, indem sie Behandlungsfehler verhindern, das medizinische Personal in Notfallsituationen mit lebensrettenden Informationen versorgen und die Wiederholung diagnostischer Prozeduren vermeiden.

Während die Entwicklung entsprechender nationaler Systeme forciert wurde, war grenzüberschreitende Kompatibilität bzw. Interoperabilität zwischen den verschiedenen Systemen lange Zeit kein Thema. Nun, da die EU-Mitgliedsstaaten immer schneller und enger zusammenwachsen, wird die Mobilität ihrer BürgerInnen (und somit auch PatientInnen) zu einem immer wichtigeren Faktor. Um eine grenzüberschreitende, elektronisch unterstützte Gesundheitsversorgung zu verwirklichen, müssen die verschiedenen eHealth-Systeme und Services der EU-Mitgliedsstaaten interoperabel werden und miteinander kommunizieren.

Genau darin liegt das Ziel des von der EU finanzierten Projektes epSOS (Smart Open Services for European Patients) – eine Serviceinfrastruktur zu planen und aufzubauen, die grenzüberschreitende Interoperabilität zwischen verschiedenen europäischen Gesundheitsdatensystemen ermöglicht, ohne dabei die existierenden nationalen Systeme oder rechtlichen Bestimmungen zu modifizieren. Die im Projekt erarbeiteten technischen, rechtlichen und organisatorischen Konzepte werden im Laufe des Jahres 2012 bzw. 2013 (abhängig vom nationalen Pilotstart) einer praktischen Testphase unterworfen. Im Rahmen dieser Pilotphase werden PatientInnen ausgewählter Länder und Regionen erstmals die Möglichkeit haben, eHealth-Services zu nutzen, wenn sie sich in anderen epSOS-Partnerländern aufhalten – sei es als TouristInnen, Geschäftsreisende, AuslandsmitarbeiterInnen, AustauschstudentInnen oder ortsansässige StaatsbürgerInnen anderer epSOS-Länder.

Was ist epSOS?

Smart Open Services for European Patients (kurz: epSOS) ist ein europaweites, im Juli 2008 gestartetes Projekt, das von Vertretern 25 verschiedener Länder (insbesondere Gesundheitsministerien, nationale Kompetenzzentren und zahlreiche Unternehmen) organisiert wird. Das Hauptziel von epSOS liegt in der Entwicklung und praktischen Umsetzung eines eHealth-Rahmenkonzeptes und einer Informations- und Kommunikationstechnologie-Infrastruktur, die den Zugriff verschiedener europäischer Gesundheitssysteme auf elektronische Patienteninformationen ermöglichen. Die entwickelten Lösungen werden im Rahmen eines sogenannten „Large-Scale Pilot“, einer großangelegten Pilotphase, auf ihre praktische Anwendbarkeit getestet.

Zwei verschiedene eHealth-Services wurden identifiziert, für die im Rahmen von epSOS interoperative Lösungen im Bereich der grenzübergreifenden Kommunikation gesucht wurden:

  • „Patient Summary“ (Patientendossier)
  • elektronische Rezepte sowie die computerunterstützte Ausgabe der entsprechenden Medikamente („ePrescription“ und „eDispensation“).