Praktische Fallbeispiele

Hier finden Sie einige konkrete Anwendungsbeispiele für die elektronischen Gesundheitsservices (Patient Summary und ePrescription), die im Rahmen des epSOS-Projektes zur Verfügung gestellt werden. Diese fiktiven Beispiele zeigen, wie grenzübergreifend abrufbare Patient Summaries und elektronische Rezepte die Qualität der medizinischen Versorgung in alltäglichen Situationen konkret verbessern können.

Patient Summary

Fall Nr. 1: Eine 44-jährigen Frau aus Schweden erleidet während ihres Griechenlandurlaubes eine Infektion der unteren Atemwege. Sie teilt dem behandelnden Arzt in Athen mit, dass sie allergisch gegen ein bestimmtes Antibiotikum ist, kann sich aber nicht mehr genau an dessen Namen erinnern.

Mögliche Antwort der epSOS Patient Summary: Die Frau ist allergisch gegen Sulfonamid. Das entsprechende Antibiotikum darf nicht verabreicht werden.

Fall Nr. 2: Ein 66-jähriger Pensionist aus Deutschland leidet an Diabetes und benötigt regelmäßig Insulin. Während eines Urlaubes in Italien verliert er die Tasche, in der sich die entsprechenden Medikamente befinden. Der Pensionist begibt sich in das nächste Spital, um sich ein neues Rezept ausstellen zu lassen.

Mögliche Antwort der epSOS Patient Summary: Der Arzt in der Notaufnahme ruft die Patient Summary des Deutschen ab, um genauere Informationen über die notwendige Insulinart und –dosis zu erhalten. Er stellt seinem Patienten ein neues Rezept für ein auf dem italienischen Markt verfügbares, den Vorgaben entsprechendes Medikament aus.

Fall Nr. 3: Ein 55-jähriger chronischer Dialysepatient aus Deutschland reist jedes Jahr für ein Trimester nach Paris. Im Rahmen seines dreimonatigen Aufenthaltes sind mehrere Dialysebehandlungen notwendig und vorgesehen. Die entsprechenden Details wurden bereits zwischen dem behandelnden Arzt in Deutschland und der zuständigen Dialyseeinheit in Paris abgeklärt. Aufgrund eines überraschenden Hochwassers verzögert sich die Anreise des Patienten jedoch in Reims. Hier verschlechtert sich sein Zustand plötzlich rapide, vermutlich aufgrund von Dehydrierung und Reisestress. Eine Behandlung im Spital wird unvermeidbar.

Mögliche Antwort der epSOS Patient Summary: Die zuständigen Ärzte in Reims erhalten Informationen über seinen Zustand und Medikamente.

Elektronisches Rezept (ePrescription) und elektronisch unterstützte Medikamentenausgabe (eDispensation)

Fall Nr. 1: Ein Patient aus Andalusien (Spanien) verbringt einen vierwöchigen Ferienaufenthalt in Dänemark. Da er an einer chronischen Krankheit leidet, erhält er eine Langzeittherapie. Aufgrund rechtlicher Bestimmungen in Andalusien darf er jedoch nicht mehr als eine Packung des verschriebenen Medikamentes auf einmal beziehen. Nach drei Wochen in Dänemark ist seine Schachtel nahezu aufgebraucht und er begibt sich in einer Apotheke in Kopenhagen, um eine neue Packung zu kaufen. Der Apotheker ruft die entsprechenden Informationen aus Spanien ab, um herauszufinden, ob ein offenes Rezept verfügbar ist.

Mögliche Antwort der epSOS ePrescription: Das Rezept ist verfügbar – das Präparat wird dem Patienten ausgehändigt. Information über die Medikamentenausgabe wird nach Andalusien geschickt, um die Handlung zu dokumentieren und das dazugehörige Rezept auf den neuesten Stand zu bringen (eDispensation).